BWA in der Praxis

BWA erstellen lassen: Wer sie liefert, was sie kostet und worauf Sie achten sollten

Eine BWA entsteht nicht auf Knopfdruck aus dem Nichts — sie ist das Nebenprodukt einer vollständig gebuchten Finanzbuchhaltung. Wer sie erstellen lässt, kauft also in Wahrheit laufende Buchhaltung ein; die Auswertung selbst kommt dann fast automatisch mit.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Anbieter infrage kommen, mit welchen Kosten Sie üblicherweise rechnen sollten, ob monatlich oder quartalsweise sinnvoll ist — und welche Anlagen Sie von Anfang an mitbestellen sollten, damit die Auswertung ihren Zweck erfüllt.

Lesezeit: ca. 8 Minuten

Wer erstellt BWAs?

Der Steuerberater ist der Regelfall: Wer die Finanzbuchhaltung in der Kanzlei hat, erhält die BWA als monatliche Auswertung aus dem DATEV-System — im Standardformat, das Banken und Berater kennen. Vorteil: eine Hand für Buchhaltung, Abschluss und Steuern; die Datenqualität verantwortet die Kanzlei.

Selbstständige Buchhalter und Buchhaltungsservices übernehmen die laufende Buchführung oft günstiger, dürfen aber keine steuerliche Beratung leisten — Jahresabschluss und Steuererklärungen bleiben beim Steuerberater. Für die reine BWA-Erstellung ist das dennoch ein valider Weg, sofern sauber gebucht wird.

Die eigene Buchhaltungssoftware erzeugt ebenfalls BWA-artige Auswertungen, wenn im Haus gebucht wird. Das spart Honorar, verlagert aber die Verantwortung für Vollständigkeit, Abgrenzungen und Abschreibungen ins Unternehmen — was das praktisch bedeutet, beschreibt der Ratgeber BWA selbst erstellen.

Für die allermeisten Unternehmen mit Kanzleimandat ist die Antwort damit einfach: Die BWA kommt vom Steuerberater, als Teil der Leistung, die ohnehin bezahlt wird. Die eigentlichen Gestaltungsfragen sind Turnus, Umfang und Format — genau die Punkte, die dieser Ratgeber im Folgenden durchgeht.

Typische Kosten im Überblick

Übliche Spannen, abhängig von Belegvolumen, Umsatz und Region — keine verbindlichen Preise.
LeistungÜbliche KostenAnmerkung
Laufende Fibu beim Steuerberater (Kleinbetrieb)üblicherweise 100–300 € / MonatBWA als Nebenprodukt meist enthalten
Laufende Fibu beim Steuerberater (Mittelstand)üblicherweise 300–1.000+ € / Monatabhängig von Belegvolumen und Komplexität
Buchhaltungsserviceoft 20–40 % unter Kanzleiniveaukeine Steuerberatung; Abschluss extra
BWA-Ausdruck/PDF zusätzlichhäufig 0–20 € je Auswertungreine Ausgabe der ohnehin gebuchten Daten
Zusatzauswertungen (Controllingreport u. Ä.)nach Aufwand oder Pauschalevorab anfragen und fest vereinbaren

Was die Kosten treibt

Steuerberaterhonorare für die Buchführung orientieren sich an der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), die Rahmensätze nach Gegenstandswert — im Wesentlichen dem Jahresumsatz — vorsieht. Innerhalb des Rahmens bestimmen Belegvolumen, Digitalisierungsgrad und Aufbereitungsqualität den Satz. Details und Rechenbeispiele finden Sie im Ratgeber Was kostet eine BWA?

Die wichtigste Stellschraube haben Sie selbst in der Hand: Digital übergebene, vorsortierte Belege senken den Kanzleiaufwand erheblich — Pendelordner mit Papierbelegen sind der teuerste Weg zur BWA.

Monatlich oder quartalsweise?

Die BWA folgt dem Buchungsrhythmus: Wer monatlich Umsatzsteuer voranmeldet, wird ohnehin monatlich gebucht — die monatliche BWA kostet dann kaum extra und sollte der Standard sein. Nur sie erlaubt es, Probleme wie eine kippende Rohertragsquote oder wachsende Forderungen zeitnah zu erkennen.

Quartalsweise Erstellung passt zu sehr kleinen, stabilen Betrieben mit quartalsweiser Voranmeldung. Der Preis dafür ist Reaktionszeit: Zwischen Ursache und Sichtbarkeit eines Problems können dann vier bis fünf Monate liegen. Für Unternehmen mit Bankverbindlichkeiten, Wachstum oder dünnen Margen ist das zu lang.

Ein oft übersehener Mittelweg: monatlich buchen lassen (was bei monatlicher Voranmeldung ohnehin geschieht), die BWA aber nur quartalsweise ausführlich besprechen. Die Monatsauswertungen liegen dann trotzdem vor — als PDF im Archiv und als lückenlose Zeitreihe für spätere Analysen, Bankgespräche oder den Jahresvergleich. Verzichten sollte man auf die monatliche Erstellung also nur, wenn sie tatsächlich Zusatzkosten verursacht.

Das sollten Sie konkret bestellen

  1. BWA Nr. 1 ([Kurzfristige Erfolgsrechnung](/lexikon/kurzfristige-erfolgsrechnung)) — die Basisauswertung, monatlich nach Buchungsschluss.
  2. [Vorjahresvergleich](/lexikon/vorjahresvergleich) — jede Position gegen Vorjahresmonat und kumuliertes Vorjahr; unverzichtbar bei Saisonalität.
  3. [Summen- und Saldenliste](/lexikon/summen-und-saldenliste) — die Kontenebene, um Auffälligkeiten der BWA nachzuvollziehen.
  4. [OPOS-Liste](/lexikon/opos-liste) — offene Forderungen und Verbindlichkeiten; die Brücke zur Liquidität.
  5. USt-Voranmeldung — für den Überblick über Zahllast und Vorsteuer.
  6. Format: Original-PDF mit Textlayer aus dem DATEV-System — kein Scan, keine Papierkopie; nur so bleibt die Auswertung digital weiterverarbeitbar.

Woran Sie eine gute BWA-Erstellung erkennen

  • Pünktlichkeit: Die Auswertung kommt in einem festen, vereinbarten Rhythmus — nicht erst auf Nachfrage.
  • Monatliche Abschreibungen und Abgrenzungen: Das Ergebnis schwankt nicht künstlich, weil Jahresbuchungen fehlen; im Zweifel gezielt nachfragen, was monatlich gebucht wird.
  • Vollständiges Paket: Vorjahresvergleich, SuSa und OPOS kommen unaufgefordert mit — nicht nur die nackte Erfolgsrechnung.
  • Proaktive Hinweise: Eine gute Kanzlei meldet sich, wenn Quoten kippen oder die Umsatzsteuer-Zahllast ungewöhnlich ausfällt — statt nur zu liefern.
  • Digitales Original-Format: PDF mit Textlayer aus dem DATEV-System, kein eingescannter Ausdruck.
  • Erklärbereitschaft: Rückfragen zu einzelnen Positionen werden beantwortet, ohne dass daraus sofort ein Beratungsprojekt wird.

Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen

Ein Wechsel des Erstellers ist unkomplizierter, als viele befürchten: Die Buchhaltungsdaten Ihres Unternehmens stehen Ihnen zu, und DATEV-Bestände lassen sich zwischen Kanzleien übertragen — inklusive der Historie, sodass Vorjahresvergleiche nahtlos weiterlaufen. Sinnvoller Wechselzeitpunkt ist der Jahreswechsel oder der Abschluss eines Voranmeldungszeitraums.

Bewährt hat sich, vor dem Wechsel die eigenen Anforderungen schriftlich zu fixieren — Auswertungspaket, Format, Liefertermin, Pauschale — und sie zur Grundlage des neuen Mandats zu machen. So wird aus einem diffusen Unzufriedenheitsgefühl ein klarer Leistungskatalog, an dem sich der neue Anbieter messen lässt.

Liefertermin fest vereinbaren

Der häufigste Praxismangel ist nicht die Qualität, sondern die Latenz: Eine BWA, die erst acht Wochen nach Monatsende kommt, taugt kaum noch zur Steuerung. Vereinbaren Sie einen festen Liefertermin — üblich und machbar ist die Bereitstellung binnen zwei bis drei Wochen nach Monatsende, sofern Ihre Belege pünktlich und vollständig in der Kanzlei sind. Beide Seiten haben also ihren Teil beizutragen.

Erstellen lässt der Profi — auswerten Sie selbst

Die Erstellung gehört in professionelle Hände, die Auswertung nicht zwingend: Mit bwa.expert laden Sie die monatliche DATEV-BWA (SKR03 & SKR04) als PDF hoch und erhalten Kennzahlen, Quoten und Zeitvergleiche automatisch — ohne Abtippen, mit Herkunftsnachweis jeder Zahl. So wird aus dem Kanzlei-PDF ein Steuerungsinstrument.

  • Alle fünf Seitentypen des BWA-Pakets werden automatisch erkannt
  • Dashboard mit Monats-, Quartals- und Jahresvergleich
  • Analyse-Flows laufen bei jedem neuen Upload automatisch
  • Team-Zugriff mit Rollen — z. B. für Geschäftsführung und Finanzen

Häufige Fragen

Kann ich nur die BWA bestellen, ohne die Buchhaltung auszulagern?

Nein — die BWA ist eine Auswertung der Finanzbuchhaltung. Ohne gebuchte Daten gibt es nichts auszuwerten. Wer selbst bucht, kann sich aber die BWA aus der eigenen Software erzeugen oder die Buchhaltung punktuell prüfen lassen.

Ist die BWA im Steuerberaterhonorar enthalten?

Üblicherweise ja: Die Standard-BWA fällt als Nebenprodukt der laufenden Buchführung an und wird oft ohne gesonderte Berechnung mitgeliefert. Zusatzauswertungen wie Controllingreport oder individuelle Berichte können extra kosten — vorab klären.

Steuerberater oder Buchhaltungsservice — was ist besser?

Der Service ist oft günstiger, darf aber weder steuerlich beraten noch Abschlüsse erstellen — dafür braucht es weiterhin eine Kanzlei. Wer beides ohnehin benötigt, fährt mit einer Hand meist einfacher; wer nur Buchungsvolumen auslagern will, kann mit dem Service sparen.

Wie schnell nach Monatsende sollte die BWA vorliegen?

Zwei bis drei Wochen nach Monatsende sind ein realistischer und üblicher Zielwert — vorausgesetzt, die Belege liegen der Kanzlei vollständig und digital vor. Alles über sechs Wochen macht die BWA als Steuerungsinstrument weitgehend wertlos, weil Gegenmaßnahmen dann erst mit einem Quartal Verzögerung greifen können.

Welche Angaben braucht der Ersteller von mir?

Vollständige Belege (Ein- und Ausgangsrechnungen, Kontoauszüge, Kassendaten), Lohndaten und Informationen zu Sondervorgängen wie Investitionen oder Darlehen. Je vollständiger und digitaler die Übergabe, desto schneller und günstiger die BWA.

Weiterlesen

Analysieren Sie Ihre BWA in Minuten

DATEV-BWA als PDF hochladen — Kennzahlen, historische Vergleiche und fertige Berichte. Aktuell kostenlos.

Kostenlos starten
AES-256-verschlüsseltGehostet in DeutschlandDSGVO-konform