BWA-Lexikon

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Umsatz, der noch nicht bezahlt ist

Jede Rechnung, die Sie stellen, erhöht zunächst nur die Forderungen — Geld auf dem Konto ist es erst nach Zahlungseingang. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind damit die Brücke zwischen Umsatz und Liquidität.

Als Bestandskonto tauchen sie nicht in der Kurzfristigen Erfolgsrechnung auf, sondern in der Summen- und Saldenliste — im SKR03 auf Konto 1400, im SKR04 auf Konto 1200.

Definition

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Forderungen L+L) sind Ansprüche aus bereits erbrachten, aber noch nicht bezahlten Lieferungen und Leistungen. Sie stehen in SKR03 auf Konto 1400, in SKR04 auf Konto 1200.

In der BWA: Bestandskonto — sichtbar in Summen- und Saldenliste und OPOS-Liste, nicht in der Erfolgsrechnung

Warum Forderungen Liquidität binden

Forderungen sind Teil des Working Capital: Kapital, das im Umlaufvermögen gebunden ist. Je länger Kunden zahlen, desto mehr Liquidität steckt in offenen Rechnungen — bei wachsendem Umsatz kann ein Unternehmen so trotz voller Auftragsbücher in Zahlungsengpässe geraten.

Deshalb gehört der Forderungsbestand neben Umsatz und Ergebnis zu den Zahlen, die monatlich geprüft werden sollten: absolut, im Verhältnis zum Umsatz und in seiner Altersstruktur (siehe OPOS-Liste).

Forderungslaufzeit (DSO) als Kennzahl

Formel

Forderungslaufzeit (Tage) = Forderungen L+L ÷ Umsatz × 365

Die Days Sales Outstanding (DSO) zeigen, wie viele Tage im Schnitt zwischen Rechnung und Zahlungseingang liegen. Steigt der Wert über mehrere Monate, zahlen Kunden langsamer oder das Mahnwesen greift zu spät.

Rechenbeispiel

Ein Unternehmen erzielt 1,2 Mio. € Jahresumsatz und weist Forderungen L+L von 130.000 € aus. Die Forderungslaufzeit beträgt 130.000 ÷ 1.200.000 × 365 ≈ 40 Tage. Gelänge es, die Laufzeit auf 30 Tage zu senken, würden rund 33.000 € Liquidität frei — ohne einen Euro Mehrumsatz.

Forderungen automatisch aus der BWA extrahieren

bwa.expert liest Forderungen aus Lieferungen und Leistungen automatisch aus Ihrer DATEV-BWA (SKR03 & SKR04) — der Kontenrahmen wird dabei automatisch erkannt. Das Forderungs-Widget zeigt die Entwicklung Monat für Monat.

  • Forderungen und Verbindlichkeiten L+L im Zeitverlauf
  • Herkunftsnachweis: jede Zahl verweist auf Seite und Zeile im Original-PDF
  • Berichtsthema „Forderungen & Verbindlichkeiten“ für Bank und Beirat

Häufige Fragen

Stehen Forderungen in der BWA?

Nicht in der Kurzfristigen Erfolgsrechnung — die zeigt nur Erlöse und Kosten. Forderungen finden Sie in der Summen- und Saldenliste (SKR03: 1400, SKR04: 1200) und detailliert je Kunde in der OPOS-Liste.

Was ist eine gute Forderungslaufzeit?

Das hängt von Branche und vereinbarten Zahlungszielen ab. Üblich sind je nach Geschäft etwa 20 bis 45 Tage. Wichtiger als der Absolutwert ist der Trend: Eine steigende Laufzeit signalisiert wachsende Liquiditätsbindung.

Sind hohe Forderungen ein gutes oder schlechtes Zeichen?

Beides ist möglich: Sie können schlicht hohen Umsatz widerspiegeln — oder schleppende Zahlungen. Entscheidend ist das Verhältnis zum Umsatz und die Altersstruktur der offenen Posten.

Weiterlesen

Debitoren

Debitoren sind Kunden, die Leistungen auf Rechnung erhalten haben und dem Unternehmen noch Geld schulden. In der DATEV-Buchhaltung werden sie als Personenkonten im Nummernkreis 10000 bis 69999 geführt.

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OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste)

Die OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) führt alle noch nicht ausgeglichenen Rechnungen auf — offene Forderungen je Debitor und offene Verbindlichkeiten je Kreditor, meist mit Belegdatum, Fälligkeit und Betrag.

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Working Capital

Das Working Capital ist die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Ein positiver Wert bedeutet, dass das kurzfristig gebundene Vermögen die kurzfristigen Schulden übersteigt — ein Puffer für die Zahlungsfähigkeit.

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Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Verbindlichkeiten L+L) sind Zahlungsverpflichtungen aus erhaltenen, noch nicht bezahlten Lieferungen und Leistungen. Sie stehen in SKR03 auf Konto 1600, in SKR04 auf Konto 3300.

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Liquidität

Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen jederzeit zu erfüllen. Gemessen wird sie über die Liquiditätsgrade 1 bis 3, die liquide Mittel und Umlaufvermögen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen.

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