BWA-Lexikon
Debitoren: Ihre Kunden als Schuldner in der Buchhaltung
Wer auf Rechnung liefert, hat Debitoren: Kunden, deren Zahlung noch aussteht. Der Begriff kommt vom lateinischen „debere“ (schulden) — der Debitor ist der Schuldner des Unternehmens.
In der Buchhaltung erhält jeder Kunde ein eigenes Personenkonto. So bleibt nachvollziehbar, welche Rechnung an wen offen ist — die Grundlage für Mahnwesen und die OPOS-Liste.
Definition
Debitoren sind Kunden, die Leistungen auf Rechnung erhalten haben und dem Unternehmen noch Geld schulden. In der DATEV-Buchhaltung werden sie als Personenkonten im Nummernkreis 10000 bis 69999 geführt.
Debitorenkonten im DATEV-Kontenrahmen
In den DATEV-Kontenrahmen SKR03 und SKR04 ist der Nummernkreis 10000 bis 69999 für Debitoren reserviert. Diese Personenkonten stehen neben den Sachkonten des Kontenrahmens; ihr Gegenstück auf der Lieferantenseite sind die Kreditoren mit den Nummern 70000 bis 99999.
Die Salden aller Debitorenkonten zusammen ergeben die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen — als Sammelposition sichtbar in der Summen- und Saldenliste.
Beispiel: vom Auftrag zum Debitorensaldo
Ein IT-Dienstleister stellt der Muster GmbH (Debitorenkonto 10250) im Juni 11.900 € brutto in Rechnung. Bis die Zahlung eingeht, weist Konto 10250 einen Sollsaldo von 11.900 € aus. Zahlt die Kundin nur 5.900 € an, bleiben 6.000 € als offener Posten stehen — sichtbar in der OPOS-Liste mit Fälligkeitsdatum.
Warum Debitoren für die Steuerung wichtig sind
Hohe Debitorenbestände binden Liquidität: Der Umsatz steht zwar in der BWA, das Geld ist aber noch nicht auf dem Konto. Wächst der Debitorensaldo schneller als der Umsatz, verschlechtert sich die Zahlungsmoral der Kunden oder das Mahnwesen ist zu langsam — beides frühe Warnsignale für die Liquidität.
Auch Klumpenrisiken zählen: Entfällt ein Großteil der Forderungen auf einen einzelnen Debitor, hängt die eigene Zahlungsfähigkeit an dessen Bonität.
Forderungen automatisch im Blick
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Debitoren und Forderungen?
Debitoren sind die Personen bzw. Konten (die Kunden), Forderungen sind die Beträge, die diese Kunden schulden. Die Summe aller Debitorensalden ergibt die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Tauchen Debitoren in der BWA auf?
Nicht einzeln. Die Kurzfristige Erfolgsrechnung zeigt nur Erlöse und Kosten. Die Forderungssumme erscheint in der Summen- und Saldenliste, die einzelnen Debitoren in der OPOS-Liste.
Kann ein Kunde zugleich Debitor und Kreditor sein?
Ja. Wer bei einem Geschäftspartner sowohl kauft als auch verkauft, führt ihn als Debitor und als Kreditor. Eine Verrechnung der Salden ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.
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Kreditoren
Kreditoren sind Lieferanten und Dienstleister, denen das Unternehmen aus erhaltenen Lieferungen oder Leistungen noch Geld schuldet. In der DATEV-Buchhaltung werden sie als Personenkonten im Nummernkreis 70000 bis 99999 geführt.
Mehr erfahrenForderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Forderungen L+L) sind Ansprüche aus bereits erbrachten, aber noch nicht bezahlten Lieferungen und Leistungen. Sie stehen in SKR03 auf Konto 1400, in SKR04 auf Konto 1200.
Mehr erfahrenOPOS-Liste (Offene-Posten-Liste)
Die OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) führt alle noch nicht ausgeglichenen Rechnungen auf — offene Forderungen je Debitor und offene Verbindlichkeiten je Kreditor, meist mit Belegdatum, Fälligkeit und Betrag.
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