BWA-Lexikon

OPOS-Liste: Offene Forderungen und Verbindlichkeiten im Blick

Ob ein Unternehmen zahlungsfähig bleibt, entscheidet sich nicht in der Erfolgsrechnung, sondern bei den offenen Rechnungen. Die OPOS-Liste macht sie sichtbar: Wer schuldet mir wie viel seit wann — und wem schulde ich was?

Sie ergänzt die BWA um genau die Information, die dort fehlt: Die BWA zeigt gebuchte Erlöse und Kosten, die OPOS-Liste zeigt, welches Geld davon tatsächlich noch aussteht.

Definition

Die OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) führt alle noch nicht ausgeglichenen Rechnungen auf — offene Forderungen je Debitor und offene Verbindlichkeiten je Kreditor, meist mit Belegdatum, Fälligkeit und Betrag.

Aufbau: offene Posten je Debitor und Kreditor

Die Liste gliedert sich in zwei Teile. Auf der Debitorenseite stehen die offenen Ausgangsrechnungen je Kunde (Debitoren) — mit Rechnungsnummer, Belegdatum, Fälligkeit und offenem Betrag. Auf der Kreditorenseite stehen die noch nicht bezahlten Eingangsrechnungen je Lieferant (Kreditoren).

Die Summe der offenen Debitorenposten entspricht den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Summe der Kreditorenposten den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in der Buchhaltung.

Beispiel: Was die OPOS-Liste aufdeckt

Ein Betrieb weist Forderungen von 85.000 € aus. Die OPOS-Liste zeigt: 30.000 € davon entfallen auf einen einzigen Kunden und sind seit über 60 Tagen überfällig. In der BWA wäre dieses Klumpenrisiko unsichtbar — in der OPOS-Liste ist es sofort erkennbar und ein Fall fürs Mahnwesen.

Wofür die OPOS-Liste genutzt wird

Im Alltag steuert sie das Forderungsmanagement: überfällige Posten mahnen, Zahlungsziele überwachen, Klumpenrisiken erkennen. Für die Liquiditätsplanung liefert sie die Basis, wann welche Zahlungen zu erwarten sind. Banken und Insolvenzverwalter nutzen sie, um Werthaltigkeit und Altersstruktur der Forderungen zu beurteilen.

OPOS-Liste automatisch auswerten

bwa.expert erkennt die OPOS-Liste in Ihrem DATEV-PDF automatisch und führt die offenen Posten mit den übrigen BWA-Kennzahlen in einem Dashboard zusammen — Forderungen und Verbindlichkeiten als eigene Widgets, jede Zahl mit Herkunftsnachweis.

  • Forderungen und Verbindlichkeiten im Zeitverlauf, Monat für Monat
  • Berichtsthema „Forderungen & Verbindlichkeiten“ als Word & PDF
  • Rollenbasierte Dashboards, u. a. für Bank und Insolvenzverwalter

Häufige Fragen

Ist die OPOS-Liste Teil der BWA?

Formal ist sie eine eigene Auswertung aus der Finanzbuchhaltung. In der Praxis wird sie aber häufig zusammen mit BWA und Summen- und Saldenliste in einem PDF-Paket geliefert.

Warum stimmt die OPOS-Liste manchmal nicht mit der SuSa überein?

Meist liegt es an unterschiedlichen Auswertungszeitpunkten oder an Zahlungen, die noch nicht mit den offenen Posten verrechnet wurden. Solche Differenzen sollte die Buchhaltung zeitnah klären.

Wie oft sollte man die OPOS-Liste prüfen?

Mindestens monatlich zusammen mit der BWA — bei angespannter Liquidität oder langen Zahlungszielen besser wöchentlich, damit überfällige Posten früh gemahnt werden.

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