BWA-Lexikon
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen: Ihre offenen Lieferantenrechnungen
Jede Eingangsrechnung, die noch nicht bezahlt ist, steht als Verbindlichkeit in den Büchern. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zeigen, wie viel ein Unternehmen seinen Kreditoren schuldet — und wie stark es Lieferantenkredite als Finanzierung nutzt.
Als Bestandsposition erscheinen sie nicht in der Kurzfristigen Erfolgsrechnung, sondern in der Summen- und Saldenliste: im SKR03 auf Konto 1600, im SKR04 auf Konto 3300.
Definition
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Verbindlichkeiten L+L) sind Zahlungsverpflichtungen aus erhaltenen, noch nicht bezahlten Lieferungen und Leistungen. Sie stehen in SKR03 auf Konto 1600, in SKR04 auf Konto 3300.
In der BWA: Bestandskonto — sichtbar in Summen- und Saldenliste und OPOS-Liste, nicht in der Erfolgsrechnung
Zahlungsziele: der zinsfreie Lieferantenkredit
Zwischen Rechnungseingang und Zahlung finanziert der Lieferant faktisch Ihr Geschäft — zinsfrei. Wer Zahlungsziele bewusst nutzt, schont die Liquidität; wer Skonto zieht, senkt die Einkaufskosten. Beides zugleich geht selten: 2 % Skonto bei Zahlung in 10 statt 30 Tagen entsprechen aufs Jahr gerechnet einem sehr hohen Effektivzins zugunsten des schnellen Zahlers.
Kritisch wird ein wachsender Verbindlichkeitenbestand, wenn er nicht aus gestiegenem Einkauf resultiert, sondern daraus, dass fällige Rechnungen liegen bleiben. Banken lesen das in BWA-Unterlagen als Frühwarnsignal.
Beispiel: Skonto oder Zahlungsziel?
Eine Eingangsrechnung über 20.000 € bietet 2 % Skonto bei Zahlung binnen 10 Tagen, sonst 30 Tage netto. Skonto spart 400 € — für 20 Tage früheres Zahlen. Ist genug Liquidität vorhanden, lohnt sich das fast immer; ist die Kasse knapp, kann das volle Zahlungsziel dennoch die bessere Wahl sein.
Verbindlichkeiten im Zusammenspiel mit Forderungen
Aussagekräftig wird der Bestand im Vergleich mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Zahlen Ihre Kunden langsamer, als Sie Ihre Lieferanten bezahlen müssen, entsteht eine Finanzierungslücke im Working Capital. Die monatliche Gegenüberstellung beider Positionen gehört deshalb in jede BWA-Analyse.
Verbindlichkeiten automatisch aus der BWA lesen
bwa.expert extrahiert Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Lohnverbindlichkeiten automatisch aus Ihrer DATEV-BWA — SKR03 und SKR04 werden automatisch erkannt — und stellt sie den Forderungen im Dashboard gegenüber.
- Eigenes Widget für Verbindlichkeiten, Monat für Monat
- Berichtsthema „Forderungen & Verbindlichkeiten“ als Word & PDF
- Jede Zahl mit Herkunftsnachweis aus dem Original-PDF
Häufige Fragen
Wo finde ich die Verbindlichkeiten L+L in meinen Unterlagen?
Als Sammelposition in der Summen- und Saldenliste (SKR03: Konto 1600, SKR04: Konto 3300) und aufgeschlüsselt je Lieferant mit Fälligkeiten in der OPOS-Liste.
Zählen Darlehen auch zu den Verbindlichkeiten L+L?
Nein. Bankdarlehen, Gesellschafterdarlehen und Steuerschulden sind eigene Verbindlichkeitsarten. „L+L“ umfasst ausschließlich offene Rechnungen aus Lieferungen und Leistungen.
Sind steigende Verbindlichkeiten ein Alarmsignal?
Nur im Kontext beurteilbar: Bei wachsendem Einkaufsvolumen sind sie normal. Steigen sie, während Umsatz und Einkauf stagnieren, deutet das auf Zahlungsstockungen hin — dann lohnt der Blick in die OPOS-Liste.
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Kreditoren
Kreditoren sind Lieferanten und Dienstleister, denen das Unternehmen aus erhaltenen Lieferungen oder Leistungen noch Geld schuldet. In der DATEV-Buchhaltung werden sie als Personenkonten im Nummernkreis 70000 bis 99999 geführt.
Mehr erfahrenForderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Forderungen L+L) sind Ansprüche aus bereits erbrachten, aber noch nicht bezahlten Lieferungen und Leistungen. Sie stehen in SKR03 auf Konto 1400, in SKR04 auf Konto 1200.
Mehr erfahrenOPOS-Liste (Offene-Posten-Liste)
Die OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) führt alle noch nicht ausgeglichenen Rechnungen auf — offene Forderungen je Debitor und offene Verbindlichkeiten je Kreditor, meist mit Belegdatum, Fälligkeit und Betrag.
Mehr erfahrenWorking Capital
Das Working Capital ist die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Ein positiver Wert bedeutet, dass das kurzfristig gebundene Vermögen die kurzfristigen Schulden übersteigt — ein Puffer für die Zahlungsfähigkeit.
Mehr erfahrenLiquidität
Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen jederzeit zu erfüllen. Gemessen wird sie über die Liquiditätsgrade 1 bis 3, die liquide Mittel und Umlaufvermögen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen.
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