BWA-Lexikon
Kreditoren: Ihre Lieferanten als Gläubiger in der Buchhaltung
Kreditoren sind die Spiegelseite der Debitoren: Während Debitoren Ihnen Geld schulden, schulden Sie Ihren Kreditoren Geld — typischerweise aus Eingangsrechnungen für Waren, Material oder Dienstleistungen. Der Begriff kommt vom lateinischen „credere“ (anvertrauen): Der Kreditor gewährt Ihnen faktisch einen Lieferantenkredit bis zur Zahlung.
Jeder Lieferant bekommt in der Buchhaltung ein eigenes Personenkonto, damit offene Eingangsrechnungen je Geschäftspartner nachvollziehbar bleiben.
Definition
Kreditoren sind Lieferanten und Dienstleister, denen das Unternehmen aus erhaltenen Lieferungen oder Leistungen noch Geld schuldet. In der DATEV-Buchhaltung werden sie als Personenkonten im Nummernkreis 70000 bis 99999 geführt.
Kreditorenkonten im DATEV-Kontenrahmen
In SKR03 und SKR04 ist für Kreditoren der Nummernkreis 70000 bis 99999 reserviert. Die Salden aller Kreditorenkonten ergeben zusammen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in der Summen- und Saldenliste als Sammelposition erscheinen.
Welche Rechnung bei welchem Lieferanten offen ist, zeigt die OPOS-Liste auf der Kreditorenseite — inklusive Fälligkeiten, die für die Zahlungsplanung entscheidend sind.
Beispiel: Lieferantenkredit in Zahlen
Ein Großhändler liefert Ware für 23.800 € brutto mit Zahlungsziel 30 Tage. Bis zur Überweisung weist das Kreditorenkonto des Lieferanten einen Habensaldo von 23.800 € aus. Das Unternehmen nutzt diese 30 Tage als zinsfreien Lieferantenkredit — verzichtet aber möglicherweise auf Skonto, wenn es das Ziel voll ausschöpft.
Kreditoren und Liquiditätssteuerung
Der Kreditorenbestand zeigt, wie stark ein Unternehmen von Lieferantenkrediten lebt. Steigende Kreditorensalden können harmlos sein (mehr Einkauf bei wachsendem Geschäft) — oder ein Warnsignal, wenn Rechnungen liegen bleiben, weil die Liquidität fehlt. Banken achten in BWA-Unterlagen genau auf dieses Verhältnis.
Gleichzeitig gilt: Wer Zahlungsziele bewusst steuert und Skonti nutzt, senkt Kosten und stärkt die Lieferantenbeziehung.
Verbindlichkeiten automatisch überwachen
bwa.expert extrahiert Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Lohnverbindlichkeiten automatisch aus Ihrer DATEV-BWA und zeigt sie als eigenes Widget im Dashboard — im Zeitverlauf und mit Herkunftsnachweis jeder Zahl.
- Forderungen und Verbindlichkeiten nebeneinander im Blick
- Berichtsthema „Forderungen & Verbindlichkeiten“ als Word & PDF
- OPOS-Liste und SuSa werden beim Upload automatisch erkannt
Häufige Fragen
Wie merke ich mir den Unterschied zwischen Debitoren und Kreditoren?
Eselsbrücke: Debitoren haben Ihre Dienste erhalten und schulden Ihnen Geld; Kreditoren geben Ihnen Kredit, bis Sie deren Rechnung bezahlen.
Wo sehe ich meine Kreditoren in den Buchhaltungsunterlagen?
Als Summe in der Summen- und Saldenliste (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen), einzeln je Lieferant mit offenen Rechnungen in der OPOS-Liste.
Sind hohe Kreditorenbestände schlecht?
Nicht zwangsläufig. Lieferantenkredite sind eine günstige Finanzierungsquelle. Kritisch wird es, wenn Bestände wachsen, weil fällige Rechnungen mangels Liquidität nicht bezahlt werden können.
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Debitoren
Debitoren sind Kunden, die Leistungen auf Rechnung erhalten haben und dem Unternehmen noch Geld schulden. In der DATEV-Buchhaltung werden sie als Personenkonten im Nummernkreis 10000 bis 69999 geführt.
Mehr erfahrenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Verbindlichkeiten L+L) sind Zahlungsverpflichtungen aus erhaltenen, noch nicht bezahlten Lieferungen und Leistungen. Sie stehen in SKR03 auf Konto 1600, in SKR04 auf Konto 3300.
Mehr erfahrenOPOS-Liste (Offene-Posten-Liste)
Die OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) führt alle noch nicht ausgeglichenen Rechnungen auf — offene Forderungen je Debitor und offene Verbindlichkeiten je Kreditor, meist mit Belegdatum, Fälligkeit und Betrag.
Mehr erfahrenLiquidität
Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverpflichtungen jederzeit zu erfüllen. Gemessen wird sie über die Liquiditätsgrade 1 bis 3, die liquide Mittel und Umlaufvermögen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen.
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