BWA-Lexikon

Abschreibungen: Die Kostenzeile, die kein Geld kostet

Wer eine Maschine für 60.000 € kauft, hat das Geld sofort ausgegeben — als Aufwand erscheint der Kauf in der Betriebswirtschaftlichen Auswertung aber verteilt über Jahre. Dieses Verteilen leistet die Abschreibung (steuerlich: Absetzung für Abnutzung, AfA).

Für das BWA-Lesen ist das entscheidend: Abschreibungen sind echter Aufwand, aber kein Geldabfluss im laufenden Monat. Wer das verwechselt, missversteht sowohl sein Ergebnis als auch seine Liquidität.

Definition

Abschreibungen (AfA) verteilen die Anschaffungskosten langlebiger Wirtschaftsgüter planmäßig über deren Nutzungsdauer. Sie mindern das Betriebsergebnis, führen aber im Abschreibungsmonat zu keinem Geldabfluss.

In der BWA: Kostenart „Abschreibungen“ innerhalb der Gesamtkosten der Kurzfristigen Erfolgsrechnung (BWA Nr. 1)

Wie planmäßige Abschreibung funktioniert

Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten gleichmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt. Die Maschine für 60.000 € mit zehn Jahren Nutzungsdauer erzeugt jährlich 6.000 € Abschreibungsaufwand — in der monatlichen BWA also 500 €, sofern die Buchhaltung die AfA monatlich einstellt.

Genau hier liegt eine Stolperfalle: Viele Kanzleien buchen die AfA unterjährig nur pauschal oder erst zum Jahresende. Dann fehlt die Kostenart in den Monats-BWAs ganz oder teilweise — ein Grund, warum das vorläufige Ergebnis unterjährig zu optimistisch wirken kann.

Beispiel: Ergebnis vs. Kontostand

Ein Betrieb weist im Monat 4.000 € Abschreibungen und ein Betriebsergebnis von 2.000 € aus. Auf dem Bankkonto sind trotzdem rund 6.000 € mehr eingegangen als abgeflossen — denn die 4.000 € AfA wurden gebucht, aber nicht bezahlt.

Umgekehrt gilt: Die Tilgung des Kredits, mit dem die Maschine finanziert wurde, kostet Geld, taucht aber in keiner Kostenzeile der BWA auf.

Wirkung auf Betriebsergebnis und Liquidität

Abschreibungen mindern das Betriebsergebnis und damit die Steuerlast — der Liquiditätsabfluss lag jedoch bereits im Anschaffungszeitpunkt. Deshalb addieren Banken die AfA bei der Ermittlung des Cashflows wieder zum Ergebnis hinzu: Ergebnis plus Abschreibungen zeigt näherungsweise, was der Betrieb tatsächlich erwirtschaftet, um Kredite zu bedienen.

Für die eigene Steuerung heißt das: Ein negatives Ergebnis bei hohen Abschreibungen ist ein anderes Problem als ein negatives Ergebnis bei niedrigen — im ersten Fall kann die Liquidität trotzdem stabil sein.

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Häufige Fragen

Warum stehen Abschreibungen in der BWA, obwohl kein Geld fließt?

Die BWA zeigt Aufwand und Ertrag der Periode, nicht Zahlungsströme. Der Geldabfluss lag beim Kauf des Wirtschaftsguts; die Abschreibung verteilt diesen Aufwand verursachungsgerecht über die Nutzungsdauer.

Fehlen Abschreibungen in meiner Monats-BWA?

Möglich. Manche Kanzleien buchen die AfA nur pauschal oder erst im Jahresabschluss. Prüfen Sie die Kostenart „Abschreibungen“: Steht dort über Monate eine Null, obwohl Anlagevermögen vorhanden ist, fragen Sie in der Kanzlei nach — das Ergebnis ist sonst zu hoch ausgewiesen.

Sind Abschreibungen gut oder schlecht für mein Unternehmen?

Weder noch — sie bilden Wertverzehr ab. Sie mindern Gewinn und Steuerlast, ohne aktuell Liquidität zu kosten. Wirtschaftlich relevant ist, ob das erwirtschaftete Ergebnis plus Abschreibungen ausreicht, um Ersatzinvestitionen und Kredittilgungen zu tragen.

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