BWA-Lexikon

Rohertragsquote: Wie viel vom Umsatz wirklich bei Ihnen bleibt

Der absolute Rohertrag sagt wenig, solange man ihn nicht ins Verhältnis setzt: 78.000 € Rohertrag sind bei 100.000 € Leistung hervorragend, bei 400.000 € ein Alarmsignal. Genau diese Einordnung leistet die Rohertragsquote.

Als Prozentwert ist sie über Monate, Jahre und sogar Betriebe hinweg vergleichbar — und damit eine der wichtigsten Kennzahlen der Betriebswirtschaftlichen Auswertung.

Definition

Die Rohertragsquote setzt den Rohertrag ins Verhältnis zur Gesamtleistung und zeigt in Prozent, wie viel von jedem erwirtschafteten Euro nach Abzug von Waren- und Materialeinsatz übrig bleibt.

In der BWA: Rohertragsquote = Rohertrag ÷ Gesamtleistung × 100 (Prozentspalte der Kurzfristigen Erfolgsrechnung, BWA Nr. 1)

Formel

Formel

Rohertragsquote = Rohertrag ÷ Gesamtleistung × 100

Basis ist die Gesamtleistung (Umsatzerlöse plus Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen), nicht nur der Umsatz. In der DATEV-BWA finden Sie die Quote bereits ausgerechnet in der Prozentspalte der Rohertrags-Zeile.

Rechenbeispiel

Ein Gastronomiebetrieb erzielt im Monat 60.000 € Gesamtleistung und setzt Waren für 19.500 € ein. Der Rohertrag beträgt 40.500 €, die Rohertragsquote 40.500 € ÷ 60.000 € × 100 = 67,5 % — im branchenüblichen Korridor.

Fällt die Quote im Folgemonat auf 61 %, obwohl der Umsatz gleich blieb, ist der Wareneinsatz gestiegen: Einkaufspreise, Schwund oder Kalkulationsfehler sind die üblichen Verdächtigen.

Typische Rohertragsquoten nach Branche

Richtwert-Spannen — aussagekräftig ist vor allem der eigene Trend.
BrancheTypische Rohertragsquote
Dienstleister (kaum Wareneinsatz)über 90 %
Handel30 % bis 50 %
Gastronomie65 % bis 75 %

Den Trend lesen — nicht nur den Monatswert

Ein einzelner Monatswert kann durch Einmaleffekte verzerrt sein, etwa Lagerauffüllung oder eine Bestandsveränderung. Aussagekräftig wird die Quote im Verlauf: Eine schleichend sinkende Rohertragsquote über drei bis sechs Monate deutet auf Preisdruck im Einkauf oder zu zögerliche Preisanpassungen im Verkauf hin.

Vergleichen Sie die Quote deshalb immer mit Vormonat, kumuliertem Jahreswert und Vorjahresvergleich — so trennen Sie Saisoneffekte von echten Margenerosionen.

Rohertragsquote automatisch im Blick behalten

bwa.expert extrahiert Rohertrag und Gesamtleistung aus Ihrer DATEV-BWA (SKR03 & SKR04) und berechnet die Rohertragsquote automatisch — als Verlauf über Monate und Jahre, mit Herkunftsnachweis für jede Zahl.

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Häufige Fragen

Was ist eine gute Rohertragsquote?

Das hängt von der Branche ab: Dienstleister erreichen üblicherweise über 90 %, der Handel 30–50 %, die Gastronomie 65–75 %. Entscheidend ist weniger der Branchenschnitt als die stabile oder steigende Entwicklung der eigenen Quote.

Warum sinkt meine Rohertragsquote trotz gleichem Umsatz?

Meist ist der Wareneinsatz gestiegen — durch höhere Einkaufspreise, Schwund, Rabattaktionen oder eine Sortimentsverschiebung hin zu margenschwächeren Produkten. Ein Blick auf die Wareneinsatz-Zeile der BWA zeigt die Ursache.

Rohertragsquote und Handelsspanne — dasselbe?

Im Handel werden die Begriffe oft synonym verwendet. Streng genommen bezieht sich die Handelsspanne auf den Verkaufspreis einzelner Waren, die Rohertragsquote dagegen auf die gesamte Betriebsleistung eines Zeitraums.

Weiterlesen

Rohertrag

Der Rohertrag ist die Differenz zwischen Gesamtleistung und Material-/Wareneinsatz. Er zeigt, wie viel vom Umsatz nach Abzug der direkt eingesetzten Waren und Materialien übrig bleibt, um alle übrigen Kosten zu decken.

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Gesamtleistung

Die Gesamtleistung umfasst die Umsatzerlöse zuzüglich bzw. abzüglich der Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie aktivierter Eigenleistungen. Sie zeigt die tatsächlich erbrachte Leistung einer Periode — unabhängig vom Abrechnungszeitpunkt.

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Wareneinsatz (Material-/Wareneinkauf)

Der Wareneinsatz (in der BWA: Material-/Wareneinkauf) umfasst alle Waren und Materialien, die direkt für die Leistungserstellung eingesetzt werden. Er wird von der Gesamtleistung abgezogen und ergibt so den Rohertrag.

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Personalkostenquote

Die Personalkostenquote setzt die gesamten Personalkosten ins Verhältnis zur Gesamtleistung und zeigt in Prozent, welchen Anteil der Betriebsleistung Löhne, Gehälter und Sozialabgaben beanspruchen.

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