BWA-Lexikon

Vorsteuer: Die Umsatzsteuer, die Sie zurückbekommen

Kauft ein Unternehmen ein, zahlt es Umsatzsteuer an seine Lieferanten — aus seiner Sicht heißt diese Steuer Vorsteuer. Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist sie kein Kostenfaktor: Sie wird mit der eigenen Umsatzsteuer verrechnet, sodass die Steuerlast beim Endverbraucher liegt, nicht in der Unternehmenskette.

Das Zusammenspiel aus Umsatzsteuer und Vorsteuer bestimmt die monatliche Umsatzsteuer-Zahllast — und damit einen festen Posten Ihrer Liquiditätsplanung.

Definition

Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die einem Unternehmen von Lieferanten in Rechnung gestellt wird. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen verrechnen sie mit ihrer eigenen Umsatzsteuer und zahlen nur die Differenz als Zahllast.

Wann Vorsteuer abziehbar ist

Abziehbar ist die Vorsteuer grundsätzlich, wenn die Leistung für das Unternehmen bezogen wurde und eine ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben vorliegt — insbesondere ausgewiesener Steuer, Steuernummer bzw. USt-IdNr. und Leistungsbeschreibung. Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuerausweis und Unternehmen mit ausschließlich steuerfreien Umsätzen (etwa viele Ärzte) haben keinen Vorsteuerabzug.

Fehlerhafte Rechnungen kosten bares Geld: Ohne gültige Rechnung kein Abzug. Bei Sonderfällen — gemischte Nutzung, Bewirtung, Fahrzeuge — lohnt die Rückfrage beim Steuerberater.

Beispiel: Vorsteuer in der Praxis

Eine Agentur kauft Technik für 10.000 € netto plus 1.900 € Umsatzsteuer. Diese 1.900 € sind Vorsteuer. Stellt die Agentur im selben Monat 30.000 € netto in Rechnung (5.700 € Umsatzsteuer), beträgt die Zahllast 5.700 € − 1.900 € = 3.800 €.

Vorsteuer in BWA und Voranmeldung

In der Kurzfristigen Erfolgsrechnung taucht die Vorsteuer nicht als Kostenzeile auf — Erlöse und Kosten stehen dort netto. Sichtbar wird sie auf den Umsatzsteuerkonten der Summen- und Saldenliste und in der Umsatzsteuervoranmeldung, wo sie von der Umsatzsteuer abgezogen wird. Ein Vorsteuerüberhang — etwa nach Investitionen — führt zur Erstattung durch das Finanzamt.

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Häufige Fragen

Ist Vorsteuer dasselbe wie Umsatzsteuer?

Es ist dieselbe Steuerart aus zwei Blickwinkeln: Was der Verkäufer als Umsatzsteuer in Rechnung stellt, ist beim unternehmerischen Käufer die abziehbare Vorsteuer.

Mindert die Vorsteuer meine Kosten in der BWA?

Die BWA weist Kosten netto aus — die Vorsteuer ist darin gar nicht enthalten, sondern läuft als Forderung gegenüber dem Finanzamt über eigene Konten. Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist sie erfolgsneutral.

Was passiert, wenn die Vorsteuer höher ist als die Umsatzsteuer?

Dann entsteht ein Vorsteuerüberhang: Das Finanzamt erstattet die Differenz. Typisch ist das in Investitionsmonaten oder bei stark exportorientierten Unternehmen mit steuerfreien Ausgangsumsätzen.

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