BWA-Lexikon

Betriebsabrechnungsbogen: Gemeinkosten fair auf Bereiche verteilen

Materialkosten lassen sich einem Auftrag direkt zuordnen — die Miete der Werkhalle nicht. Solche Gemeinkosten betreffen viele Bereiche gleichzeitig, und irgendjemand muss entscheiden, wie sie verteilt werden. Genau das leistet der Betriebsabrechnungsbogen.

Der BAB ist damit das Bindeglied zwischen der Kostenartenrechnung, wie sie die Betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt, und der Auswertung je Kostenstelle.

Definition

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist eine tabellarische Rechnung, die Gemeinkosten über Verteilungsschlüssel auf Kostenstellen umlegt. Er verbindet die Kostenartenrechnung mit der Kostenstellenrechnung und liefert Zuschlagssätze für die Kalkulation.

In der BWA: Kein Bestandteil der BWA — der BAB ist ein Instrument der internen Kostenrechnung, das die Kostenarten der Buchhaltung auf Kostenstellen verteilt

So funktioniert der BAB

In den Zeilen des BAB stehen die Gemeinkostenarten (Miete, Energie, Verwaltung, Abschreibungen), in den Spalten die Kostenstellen (etwa Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb). Jede Kostenart wird über einen Schlüssel verteilt: Miete nach Quadratmetern, Energie nach Maschinenstunden, Verwaltung nach Mitarbeiterzahl.

Am Ende jeder Spalte steht, welche Gemeinkosten eine Kostenstelle trägt. Daraus werden Zuschlagssätze für die Kalkulation abgeleitet — etwa der Fertigungsgemeinkosten-Zuschlag auf die Fertigungslöhne.

Rechenbeispiel: Mietverteilung

Ein Betrieb zahlt 6.000 € Monatsmiete für 600 m². Die Fertigung nutzt 400 m², das Lager 150 m², die Verwaltung 50 m². Der BAB verteilt die Miete im Verhältnis der Flächen: 4.000 € auf die Fertigung, 1.500 € auf das Lager, 500 € auf die Verwaltung.

Nach demselben Prinzip werden alle Gemeinkostenarten verteilt — am Ende trägt jede Kostenstelle ihren verursachungsgerechten Anteil.

Abgrenzung zur BWA

Die BWA ist eine Auswertung der Finanzbuchhaltung: Sie zeigt Kostenarten für das Gesamtunternehmen und endet beim Betriebsergebnis. Der BAB gehört zur internen Kostenrechnung — er verteilt dieselben Kosten weiter auf Bereiche und schafft die Grundlage für Kalkulation und Deckungsbeitragsrechnung.

In kleineren Unternehmen übernimmt oft die DATEV-Kostenstellenauswertung diese Rolle in vereinfachter Form; der klassische BAB als eigene Tabelle findet sich vor allem in produzierenden Betrieben mit ausgeprägter Kalkulation.

Kostenverteilung sichtbar machen — direkt aus der BWA

bwa.expert extrahiert alle Kostenarten aus Ihrer DATEV-BWA (SKR03 & SKR04) und zeigt sie als interaktive Kosten-Treemap — Personalkosten erkennt die Anwendung dabei automatisch je Standort aus den Gehaltskonten-Bezeichnungen.

Häufige Fragen

Brauche ich als kleines Unternehmen einen BAB?

Ein vollständiger BAB lohnt meist erst mit mehreren Bereichen und eigener Kalkulation. Für kleinere Betriebe reicht oft eine einfache Kostenstellenzuordnung in der Buchhaltung — sie liefert schon einen Großteil der Erkenntnisse.

Was sind Gemeinkosten im Unterschied zu Einzelkosten?

Einzelkosten lassen sich einem Produkt oder Auftrag direkt zuordnen (Material, Fertigungslöhne). Gemeinkosten betreffen mehrere Bereiche gleichzeitig (Miete, Verwaltung, Versicherungen) und müssen über Schlüssel verteilt werden — dafür gibt es den BAB.

Steht der BAB in meiner DATEV-BWA?

Nein. Die BWA gliedert nach Kostenarten für das Gesamtunternehmen. Eine bereichsweise Sicht liefert die DATEV-Kostenstellenauswertung; ein klassischer BAB wird separat in der Kostenrechnung geführt.

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